[Off-Topic] Was Mobbing anrichten kann…

Hallo ihr Lieben,

Eigentlich sollte der nächste Beitrag, der seit einer geraumen Zeit online geht, über Bücher sein – Rezis, Neuerscheinungen etc. stehen noch aus und ich hoffe, dass ich die Beiträge bald schreiben kann.

Heute soll es aber um ein ernstes und für mich sehr sehr wichtiges Thema gehen: Depressionen und / oder Suizidgedanken!

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Ich denke, ihr habt bestimmt vom Fall Daniel Kübelböck gehört. Zwar gehöre ich nicht zu seinen Fans, dennoch berührt mich sein Schicksal tief in meinem Innern. Immer wieder hört man von Fällen, die so tragisch enden und jeder einzelne geht mir tief unter die Haut. Lange habe ich darüber nachgedacht, ob ich auf dem Blog einen solchen Beitrag veröffentlichen soll oder nicht. Da mir das Thema jedoch sehr am Herzen liegt, kann ich jetzt nicht mehr anders.

Bevor ich meine Gedanken zum Thema versuche in Worte zu fassen, einen kurzen Einblick in meine Krankengeschichte, damit ihr verstehen könnt, weshalb mich das Thema mitnimmt.

Vielleicht wissen einige von euch, dass ich selbst betroffen bin von Depressionen gepaart mit Angstzuständen. Das Jahr 2017 war für das Jahr, dass man gerne streichen und vernichten kann. Schon 2016 zeichnete sich ab, dass etwas nicht stimmt, aber ich habe es immer heruntergespielt, es zur Seite geschoben. Doch letztes Jahr ging es einfach nicht mehr. Ich stand kurz davor, mir das Leben zu nehmen. Für mich gab es weder ein, noch aus. Nicht, dass mir Depressionen zuvor fremd waren, doch sie nahmen über Monate hinweg eine Dimesion an, die ich erst wahrnahm, als es beinahe zu spät war.

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Für mich stellte sich eine enscheidende Frage: Gibst du auf oder stellst du dich dem Kampf?

Obwohl mir die Entscheidung sehr schwer viel, wusste ich, dass ich nicht aufgeben konnte, ja, es nicht wollte! Ich wollte leben, wollte mich der Krankheit stellen und sie besiegen. So ging ich den schwersten Weg meines Lebens: Ich begab mich in professionelle Therapie, suchte mir eine Psychiaterin. Es war eindeutig die beste Entscheidung, die ich treffen konnte! Langsam ging es bergauf, auch wenn der Weg nicht einfach war.

Im November wird es 1 Jahr sein, in dem ich als gesund gelte. Aber das heisst nicht, dass es an manchen Tagen nicht schwer ist. Die Depression streckt ihre Fühler immer wieder aus, versucht, mich aus der Resever zu locken. Zum Glück habe ich es bisher geschafft, erfolgreich dagegen anzukämpfen. Zwar befinde ich mich noch in Therapie, aber es geht mir viel viel besser, als noch vor einem Jahr. Damals dachte ich nicht, dass ich mich jemals wieder glücklich fühlen könnte – und heute bin ich es zum grössten Teil.

Was ist an Depressionen so fatal?

Sie kommen schleichend, pirschen sich an und schnappen dann zu. Sie überfallen dich, schwappen wie eine riesige Welle über dich, begraben dich unter sich und lassen dich nicht mehr gehen. Sie schlagen ihre Krallen in dein Innerstes, zehren daran, bis du nur noch ein Schatten deiner Selbst bist. Und dann, ganz plötzlich, ist da nur noch Leere und du willst ihr entkommen.

Die Ursachen sind so vielfälltig, wie wir Menschen. Von schlechten Erfahrungen in der Kindheit, über Probleme in der Gesellschaft usw. ist alles vertreten. Es kann jeden teffen!

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Auch Mobbing ist ein sehr starker Faktor, der einen Menschen in eine Depression treiben kann. Und viel zu oft führt Mobbing dazu, dass sich ein Mensch nicht mehr zu helfen weiss und den Freitod wählt.

Ich möchte hier nicht darauf eingehen, was in meinem Kopf vorging, als ich selbst solche Gedanken hegte. Aber ich weiss nun, dass nur ein Sekundenbruchteil entscheidend ist, ob man tatsächlich den Suizid begeht oder den Absprung schafft. Früher habe ich diese Menschen verurteilt, heute haben sie mein tiefstes Mitgefühl. Niemand weiss, was der Betroffene genau in diesem Moment denkt und absolut niemand hat das Recht, die Entscheidung zu verurteilen! Egal wie schmerzhaft der Verlust für die Hinterbliebenen sein mag, für den Betroffenen war es der einzige Weg und zugleich die Erlösung.

Die Gesellschaft soll, nein MUSS endlich die Augen aufmachen! Die Menschen müssen verstehen lernen, was sie mit ihrem Verhalten anrichten können. Ein Wort kann tiefer schneiden, als es eine Klinge je vermag. Wörter erreichen Ebenen, die kein Gegenstand jemals erreichen kann.

Natürlich kann man einem Menschen nicht vorschreiben, was er zu tun und zu lassen hat. Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich. Aber das eigene Handeln kann einem anderen Menschen das Leben zur Hölle machen. Die Täter sind sich meist keiner Schuld bewusst und geben sich getroffen, wenn ihr Opfer tot ist.

Ändert sich aber etwas am Verhalten? In den seltensten Fällen. Viele machen weiter wie bisher, suchen sich neue Opfer. Aber wenn sie verstehen würden, was diese Menschen empfinden, könnte der ein oder andere Suizid verhindert werden.

Hört auf, mit dem Finger auf Menschen zu zeigen, die an einer psychischen Krankheit leiden! Wir können nichts für unsere Krankheit! Sie ist unsichtbar, für euch nicht wahrnehmbar, aber sie ist real.

Was tut ihr, wenn ihr euch den Arm brecht? Genau, ihr fahrt ins Krankenhaus und lasst euch behandeln. Genauso braucht der Kopf eine behandlung, wenn eine psychische Erkranung vorliegt. Ich kann selbst ein Lied davon singen, wie man in solchen Situationen behandelt wird. Ich habe positive, aber leider auch negative Erfahrungen machen müssen.

Ich habe es geschafft, mein Leben wieder in den Griff zu kriegen, die Depression ist nicht länger Herr über mich. Es hat mich stärker gemacht, weiser. Und ich wünsche allen Betroffenen, dass sie den Mut aufbringen, sich helfen zu lassen. Und unseren Mitmenschen hoffe ich, dass sie endlich verstehen, wie verheerend die Krankheit wirklich ist.

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Anlaufstellen bei Suizidgedanken in der Schweiz: Hilfe

Anlaufstellen bei Suizidgedanken in Deutschland: Hilfe

Ich wünsche euch alles Liebe, eure Sabs

4 Kommentare

  1. Hallo Sabs,

    ich finde deinen Beitrag sehr berührend. Ich hatte selbst auch schon Momente im Leben, in denen es mir schlecht ging oder auf den ersten Blick nicht wusste wie es weiter geht. Aber ich kann mir nicht annährend vorstellen wie es ist, einer Depression zum Opfer zu fallen.
    Ich würde niemals jemanden verurteilen und finde die teilweise dummen Kommentare um das Ereignis bzgl. Daniel Kübelböck einfach nur zum kotzen.
    An solchen Tagen möchte ich die sozialen Netzwerke gerne abschalten.
    Ich reagiere außerdem extrem allergisch auf Mobbing auch nur Anfänge davon. Ich bin ein gerechtigkeitsliebender Mensch und sobald jemand ungerecht behandelt wird, pfeiffe ich wie ein Teekesselchen ^^.

    Ich wünsche dir viel Kraft und dass du weiterhin gesund bleibst!

    LG
    Anja

    1. Liebe Anja
      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar! Mir geht es wie dir, wenn ich einige Kommentare zu Kübelböck lese – mir tun solche Dinge in der Seele weh, weil ich weiss, wie es sich anfühlt. Ich frage mich, wie diese Menschen damit umgehen würden, wenn sie plötzlich betroffen sind… Dann würden sie es bestimmt alles andere als amüsant finden, solche Dinge zu lesen. Egal ob man Kübelböck mochte oder nicht, er ist ein Mensch wie jeder andere auch und ich finde es wirklich sehr traurig, dass er für sich nur diesen Weg gesehen hat.
      Ich finde es schön, dass du so ein herzlicher Mensch bist und Mitgefühl für deine Mitmenschen hast <3 Es braucht mehr Menschen wie dich.

      Danke sehr 🙂 Ich gebe mir Mühe, dass es so bleibt 🙂

      Liebe Grüsse

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